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Karate

Was ist Karate?

Karate (空手, übersetzt: „leere Hand“) ist eine Kampfkunst, in der sämtliche Block-, Schlag-, Stoß-, Tritt- und Fußfege-Techniken trainiert werden. Auch Würfe und Hebel finden im Karate ihre Anwendung. Zum Standard-Trainingsprogramm gehören im Karate neben den Grundtechniken (Kihon) natürlich auch der festgelegte und freie Kampf (Kumite), sowie verschiedene Kata. Unter Kata versteht man festgelegte Abläufe, die einen Kampf gegen mehrere, imaginäre Gegner simulieren. Dabei werden bestimmte Techniken in einer bestimmten Reihenfolge immer wieder trainiert, bis diese Bewegungen „in Fleisch und Blut“ übergegangen sind. Hat man die Bewegungen verinnerlicht, kommen weitere körperliche und geistige Aspekte hinzu, die es zu perfektionieren gilt, wie zum Beispiel die richtige Atmung, die richtige An- und Entspannung im richtigen Moment sowie den Kampfgeist. Eines der höchsten Ziele des Karatetrainings ist es, den eigenen Geist so zu trainieren, dass man in der Lage ist, eine „leere“ Geisteshaltung einzunehmen, das heißt, frei von (negativen) Gedanken und Emotionen zu sein

Ein geschichtlicher Einblick

Karate oder Karate-Do (japanisch: 空手道, „Weg der leeren Hand“) ist eine Kampfkunst, die sich erst etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts auf der japanischen Insel Okinawa entwickelte, wo einheimische okinawanische Traditionen mit chinesischen Einflüssen zur Kampfkunst Okinawa Te (沖縄手 „Hand aus Okinawa“) verschmolzen. Mit den zunehmenden chinesischen Einflüssen änderte sich der Name und bis in die 1930er-Jahre hinein war die Schreibweise 唐手 gebräuchlich, was ebenso als Kara, aber auch als To oder Tang gelesen werden konnte und wörtlich so etwas wie „China Hand“, „fremdländische Hand“ oder „Hand aus China“ bedeutete und sich auf die Tang-Dynastie in China bezog (deshalb auch: „Handtechnik aus dem Land der Tang“). Unter dem Druck der damals nationalistisch-militärischen Japaner fand diese Kampfkunst dann ihren Weg nach Japan, wo sie von „chinesische Hand“ (唐手) in „Leere Hand“ (空 Kara = leer, 手 Te = Hand) umbenannt wurde. Die Nihon Butoku-Kai, die älteste staatliche Budo-Organisation, verlangte dann die Einführung von Wettkämpfen sowie eines Gradierungssystems, was einigen Meistern zwar widerstrebte, die sich dem Druck der japanischen Nationalisten aber nicht widersetzen konnten. Daraufhin wurden einige Kata vermutlich bis zur Unerkennbarkeit der eigentlichen Kampfstile abgeändert. Der Wettkampf sorgte jedoch bei vielen neuen Schülern für Begeisterung und so verbreitete sich Karate nach dem Zweiten Weltkrieg dann über die ganze Welt.

Karate-Stilrichtungen

Man geht heute davon aus, dass Karate hauptsächlich in den okinawanischen Provinzen oder Ortschaften Naha, Shuri und Tomari entstand. Sie waren damals wichtige Umschlagplätze oder Handelsorte, u.a. für Waren aus China. An allen drei Orten wurden unterschiedliche Karate-Stile praktiziert, aus denen dann die Namen: „Naha-Te“ („Hand aus Naha“), Shuri-Te („Hand aus Shuri“) und „Tomari-Te“ („Hand aus Tomari“) entstanden sind.

Aus diesen Stilen entwickelten sich zwei große Richtungen, die Shorin-Ryu und die Shorei-Ryu (Ryu bedeutet u.a. Richtung, Methode oder auch Schule). Von diesen beiden gingen wiederum 5 Stilrichtungen weg. Diese 5 Stile gehören heute zu den bekanntesten und größten Stilrichtungen:

Uechi-Ryu, Shōtōkan-Ryū, Shitō-Ryū, Goju-Ryū und Wadō-Ryū. Die Unterschiede dieser Stile liegen u.a. meist in den unterschiedlichen Stellungen beziehungsweise in den tieferen oder höheren Ständen, in den Zwischen- und in den Ausholbewegungen sowie auch in den Handtechniken. Während Uechi-Ryu und Gōjū-Ryū eher zu den traditionellen Karate-Stilen mit kurzen Ständen und Techniken gehören, ist der Shotokan-Stil ein modernerer, wettkampforientierter Stil, für den tiefe und lange Stellungen typisch sind. Aus dem Shotokan hat sich eine Variante names Fudokan entwickelt, die den Gesundheitsaspekt und die Biomechanik im Fokus hat. Außerdem ist der Shōtōkai-Stil eine bekannte Schule, die sich auch eher dem traditionellen Karate zugehörig fühlt und sich vom Wettkampfkarate distanziert. Das Kyokushin-Karate ist ein weiterer, bekannter Karate-Stil, der besonders durch seine körperliche Abhärtung und seine Vollkontakt-Wettkämpfe bekannt wurde.

Neben beziehungsweise unter den bereits genannten Karate-Schulen haben sich durch Vermischungen mittlerweile weitere Stile entwickelt.

In einigen älteren Stilrichtungen lässt sich aber noch ganz deutlich der chinesische Einfluss erkennen. Karate hat seine Wurzeln, wie bereits erwähnt, im südlichen Teil von China und somit in den traditionellen chinesischen Kampfkünsten. Einige Handtechniken, Fuß-Stellungen und Stände sowie Bewegungsabläufe (Kata) spiegeln deutlich den geschichtlichen Ursprung in China wieder, wo unter anderem der „Weiße Kranich“-Stil praktiziert wird, der sich, in abgewandelter Form, auch in einigen Karate-Schulen wiederfindet.

Das Training bei uns:

Inhaltlich orientiert sich unser Training in erster Linie an den im Karate üblichen Stellungen, Bewegungsmustern und Grundtechniken, wie Blöcke, Schläge, Stöße, Tritte usw. (auch Kihon genannt) sowie den festgelegten Bewegungsabläufen (Kata) und dem festgelegten, sowie dem freien Kampf (Kumite).

Um Karate in seiner Gesamtheit zu verstehen, haben wir uns aber nicht auf einen bestimmten Stil festgelegt, sondern beschäftigen uns mit unterschiedlichen Karate-Stilen und ergänzen das klassische Karate-Training um weitere Aspekte und Trainingsmethoden aus anderen Kampfkünsten, die uns wichtig erscheinen.

Da wir regelmäßig Lehrgänge bei verschiedenen Meistern aus aller Welt besuchen, die aus unterschiedlichen Karate-Schulen kommen und die ganz verschiedene Kampfkunst-Stile praktizieren, üben wir in unserem Training auch Techniken und Kata aus anderen Karate-Stilen. Was wir bei diesen Meistern lernen, ergänzen wir mit einigen Techniken und wichtigen Prinzipien, die wir aus anderen Kampfkünsten mitgebracht haben. Neben Karate haben wir auch einige Monate bis mehrere Jahre andere Kampfkünste trainiert beziehungsweise praktizieren diese auch heute noch. Das Wissen und die Erfahrungen, die wir in diesem Zusammenhang gemacht haben, geben wir letztlich an unsere Schüler weiter.

Neben den bereits genannten Trainingsinhalten gehören auch Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit und Flexibilität, die Abhärtung der Gliedmaßen, die Vermittlung effektiver Selbstverteidigungstechniken und in dem Zusammenhang auch regelmäßige Übungskämpfe (Sparring), sowie die Schulung der Konzentration und Aufmerksamkeit durch meditative Übungen zum Bestandteil des Trainings.

Wie in anderen Kampfkünsten auch, wird bei uns natürlich die Bereitschaft zur Anstrengung und damit auch ein gewisses Maß an Respekt, (Selbst-)Disziplin, Anpassungsfähigkeit sowie Freundlichkeit, Empathie und Hilfsbereitschaft erwartet. Wir legen bei unserem Training großen Wert auf die Verbesserung der Mobilität und der Ausdauer sowie auf ein abwechslungsreiches Training. Dabei schauen wir selbst auch gerne über den Tellerrand hinaus, um unser eigenes Karate weiter zu entwickeln und zu verbessern.

Unsere Philosophie

Den Weg der leeren Hand (空手道) zu gehen, bedeutet für uns, den philosophischen Hintergrund dieser Kampfkunst zu verstehen und ihre Bedeutung als Lebensweg zu begreifen und zu praktizieren. In aller erster Linie geht es dabei um eine positive Persönlichkeitsentwicklung, um die innere Einstellung, um Werte und um die Perfektionierung des eigenen Charakters. Wichtig sind uns aber auch gesunde Bewegungsmuster und effektive Verteidigungstechniken, wobei die Vermeidung von Konflikten immer im Vordergrund steht.

Unser Fokus liegt nicht auf dem Vergleich mit anderen, sondern auf dem Vergleich mit dem eigenen Selbst. Das heißt: Es geht nicht darum, besser zu sein als jemand anderes, sondern heute besser zu sein, als man selbst gestern war. Die Schulung, oder auch die Kunst des Geistes steht über der Kunst der Technik. Dies entspricht auch dem Ansatz des Shotokan-Stil-Begründers Gichin Funakoshi’s (1868 – 1957), der ein Verfechter der traditionellen Werte war und Karate als Lebensweg und Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung ansah und nicht als Sportart, die darauf abzielt, Gewinner und Verlierer zu bestimmen. Funakoshis Prinzipien basieren auf 20 Regeln (den sogenannten „Niju Kun“), in denen die Wichtigkeit bestimmter Werte, wie Respekt, Freundlichkeit, Bescheidenheit, Selbstbeherrschung und -disziplin, hervorgehoben werden. Daran ist bereits erkennbar, dass der schwierigste Gegner das eigene Ego ist und dass Karatedo (空手道) weit über das reine Training im Dojo (Trainingshalle) hinausgeht.

Wer kann bei uns trainieren?

Im Grunde kann jede Person, ob jung oder alt, ob klein oder groß, Karate trainieren, wenn sie sich für Karate interessiert und dafür gesundheitlich geeignet ist. Wir empfehlen das Karatetraining bei uns ab dem Schulalter (ab der 2. oder 3. Klasse). Wie schnell und gut sich die Kinder im Karate entwickeln, ist natürlich immer vom jeweiligen Kind, von seinen Interessen, seinem Willen, aber auch von der Unterstützung seiner Eltern bzw. Erziehungsberechtigten abhängig. Nach oben hin sind natürlich keine Grenzen gesetzt, was das Alter betrifft, denn man ist nie zu alt und es ist nie zu spät, um mit Karate zu beginnen. Man muss sich nur die Zeit nehmen und den Mut haben, zu beginnen, der Rest kommt dann ganz von allein.

Kommt einfach mal zu einem kostenlosen Probetraining vorbei und schaut, ob es euch gefällt.

Wir freuen uns auf euch!

Sebastian & Roberto

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08056 Zwickau

0172 3779453

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